Bewertung eines Startup

In den kommenden Monaten werden wieder verstärkt Beteiligungen an Web-Startups angeboten werden, denn aufgrund der Finanzkrise sind wieder die Gelder von Privatinvestoren gefragt. Natürlich können bei der Wertermittlung einer solchen Unternehmung nicht die normalen Maßstäbe der Unternehmensbewertung angelegt werden, schon weil man materielle wie immaterielle Vermögenswerte wohl vergeblich suchen wird. Der Wert liegt im doppelten Wortsinn in der Phantasie. Hierzu von mir ein paar Gedankenanstöße:

DIE IDEE

Es gibt leider kaum ein Web-Startup im deutschsprachigen Raum, das eigenständig eine innovative Idee zum Geschäftskern hat. In den überwiegenden Fällen handelt es sich um eine Variante einer bereits bestehenden Geschäftsidee aus den USA. Das ist zunächst kein Nachteil, wird aber bei einer internationalen Expansion eventuell zum Problem. Soll es bei einer Verbreitung in deutschen Sprachraum bleiben, kann man die dahin gehenden Risiken vernachlässigen.

Man darf nur nicht dem Irrglauben verfallen, dass eine Geschäftsidee, die sich in den USA erfolgreich umsetzen lässt, sich automatisch in Deutschland oder Europa durchsetzt. Gerade Web-Projekte benötigen eine bestimmt Anzahl von Nutzern, eine kritische Masse, unter der es sich nicht profitabel betreiben lässt. Viele Gründer und Investoren unterschätzen dies.

Ein Startup ist auch nur eine kommerzielle Unternehmung und diese muss sich auf absehbare Zeit lohnen, auch wenn

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Das Aus für unprofitable Startups

In den kommenden Monaten, konkret bis Jahresende, erwarte ich ein Massensterben von Web-Startups, die bis dahin keine schwarze Zahlen vorweisen können. Und selbst etablierte Projekte wird es erwischen. YiGG ist für mich in der Hinsicht ein heisser Kandidat, falls nicht in letzter Minute sich ein Verlag die Community für “nen Appel und ein halbes Ei” einverleibt. Wie komme ich darauf?

Den Investoren geht das Geld aus. Die meisten Geldgeber (ich meine die tatsächlichen Personen, die hinter den Risikokapitalfirmen stehen) sind persönlich betroffen von den Milliardenpleiten. Das Risikokapital war für viele nur Spielgeld, Online-Kasino also. Das werden viele nun wieder in sicherere Investments umschichten, unprofitable Firmenbeteiligungen lässt man in solchen Situationen lieber eingehen.

Warum sind Werbeeinnahmen alleine kein Businessmodel, ausser in ganz wenigen Ausnahmefällen? Werbung ist zyklisch; hier wird zuerst gespart, wenn eine Rezession droht. Besonders gefährdet sind Projekte, die nicht fest im Markt verankert sind, die keinen entsprechenden Bekanntheitsgrad aufweisen können. Und gerade bei Online-Werbung werden viele Projekte aus einem Topf mit der Aufschrift “Schau ma mal” bedient. Zudem darf man nicht vergessen, dass gerade Startups sehr ausgabefreudig sind, ja sein müssen, was Werbung angeht. Nur leider geht gerade diesen (s. ein paar Zeilen weiter oben) finanziell die Luft aus. Die Spirale dreht nun nach unten, deutlich schneller als es nach oben der Fall war.