Bewertung eines Startup

In den kommenden Monaten werden wieder verstärkt Beteiligungen an Web-Startups angeboten werden, denn aufgrund der Finanzkrise sind wieder die Gelder von Privatinvestoren gefragt. Natürlich können bei der Wertermittlung einer solchen Unternehmung nicht die normalen Maßstäbe der Unternehmensbewertung angelegt werden, schon weil man materielle wie immaterielle Vermögenswerte wohl vergeblich suchen wird. Der Wert liegt im doppelten Wortsinn in der Phantasie. Hierzu von mir ein paar Gedankenanstöße:

DIE IDEE

Es gibt leider kaum ein Web-Startup im deutschsprachigen Raum, das eigenständig eine innovative Idee zum Geschäftskern hat. In den überwiegenden Fällen handelt es sich um eine Variante einer bereits bestehenden Geschäftsidee aus den USA. Das ist zunächst kein Nachteil, wird aber bei einer internationalen Expansion eventuell zum Problem. Soll es bei einer Verbreitung in deutschen Sprachraum bleiben, kann man die dahin gehenden Risiken vernachlässigen.

Man darf nur nicht dem Irrglauben verfallen, dass eine Geschäftsidee, die sich in den USA erfolgreich umsetzen lässt, sich automatisch in Deutschland oder Europa durchsetzt. Gerade Web-Projekte benötigen eine bestimmt Anzahl von Nutzern, eine kritische Masse, unter der es sich nicht profitabel betreiben lässt. Viele Gründer und Investoren unterschätzen dies.

Ein Startup ist auch nur eine kommerzielle Unternehmung und diese muss sich auf absehbare Zeit lohnen, auch wenn

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Es war einmal Kelkoo …

Es war einmal das französische Unternehmen Kelkoo. 1999 wurde es mit 3 Millionen Dollar (damals war der Dollar noch was wert) von Pierre Chappaz und Mauricio Lopez gegründet. Weil man noch Geld in der Firmenkasse fand, kaufte man weitere Unternehmen mit dem gleichen Business Modell, beispielsweise das spanische Dondecomprar oder das britische ShopGenie. Das war im Sommer 2000.

Das Geschäft entwickelte sich prächtig. Es folgten Partnerschaften mit Espotting, MSN und ASK. 2004 schließlich war Kelkoo richtig Geld wert. 485 Millionen Euro legte Yahoo! bar auf den Tisch. Es ging auch noch zwei Jahre recht gut, bis irgend jemand einen fatalen Fehler gemacht haben muss. Aber sehen Sie selbst …

Kelkoo Google Trend

Für Geldvernichtung in guter dreistelliger Millionenhöhe braucht es keine durchgeknallten Investmentbanker, ein SEO reicht auch.

NACHTRAG: Ganz so schlimm ist der Absturz denn dann doch nicht und beruht auch auf einem Switsch zu Y!-Subdomains bzw. nationale TLD. Im Hauptmarkt Frankreich gab es (August 2007 - August 2008) laut Google Trends jedoch immerhin einen Einbruch um ca. 50 Prozent. Der Sprung im Juli 2007 ist hauptsächlich auf die Umgestaltung des Seite kelkoo.com (nur noch Verweise auf die nationalen Portale) zurückzuführen.